 |
|
|
 |
Die Nenafdrim (Volk des Wassers) sind zweifellos eines der erstaunlichsten und kuriosesten Völker Giladaés. Ganz auf das Leben unter Wasser angepasst, würde mancher, der nur einen flüchtigen Blick auf sie erhascht, sie für große Amphibien oder Fische halten. In der Tat sind sie aber ein sehr intelligentes Volk, das sich auf viele Weisen von den übrigen Völkern unterscheidet.
Nenafdrim werden von ihrer Beinflossenspitze bis zum Kopf vier bis fünf Fuß groß. Zudem besitzen sie einen Stachelkamm, den sie aufstellen können und der ihre Höhe bei Männchen um zwei, bei Weibchen um einen Fuß erhöhen kann.
Ihr Kopf erscheint wie eine Kreuzung aus einem Fisch- und einem Amphibienhaupt. Er besitzt ein breites, weit aufreißbares Maul und zwei chamäleongleiche Augen, die getrennte und beliebige Richtungen anvisieren können. Der kurze Hals der Nenafdrim ist durch vier Kiemenreihen gekennzeichnet. Ihr Rumpf beginnt wie der eines Froschs - mit einem humanoiden, horizontal abgeflachten Brustkorb - geht aber anschließend in eine vertikal abgeflachte Form, wie ein Fischkörper über. Ihr ruderförmiger Schwanz ist wie der untere Rumpf ausgerichtet, so dass sie ihren Oberleib durch schlängelnde Bewegungen ihres Unterleibs und Schwanzes durchs Wasser bewegen.
Nenafdrim besitzen sechs Gliedmaßen, darunter zwei paar Arme. Während jene Glieder, die wir bei uns als "üblich" bezeichnen würden, paddelförmig und mit Schwimmhäuten und Knochenhaken zur Verteidigung ausgestattet sind, stellen die zusätzlichen Arme feingliedrige, dreifingrige Greifwerkzeuge dar. Nenafdrim setzen letzteres Paar in der Tat als solche zum Halten von Werkzeugen und Waffen ein. Die vier übrigen Gliedmaßen dienen meist der Feinnavigation und erweisen sich zum Greifen ungeeignet.
Neben der aufstellbaren Rückenflosse, mit der die Nenafdrim imponieren aber auch ihren Schwimmkurs stabilisieren können, besitzen sie einen Flossenschweif auf der Mitte des Rückens und eine Flossenhaut rund um ihren Schwanz, um ihnen mehr Antrieb zu verleihen.
Die Haut der Nenafdrim besteht aus einer Schuppenschicht und einer darüber liegenden Schleimhaut. Sie hat keine feste Farbe, da das Volk nicht über eine Lautsprache sondern über Verfärbung und Musterbildung auf seiner Haut kommuniziert - eine Sprache, die nur sehr wenige Außenstehende auch nur ansatzweise zu deuten vermögen.
Kontakt zwischen uns und den Nenafdrim wird meist über Telepathie aufgenommen, welche beiderseits von einigen Individuen beherrscht wird. Über diese vermögen sie klar mit uns Völkern des Lichts zu kommunizieren. Ihr Volk beherrscht zudem auch Formen der Wassermagie.
Nenafdrim erreichen ein Alter von etwa 60 Jahresläufen.
Über ihre Kultur wissen wir wenig, da kaum Zeugnisse ihrer Unterwasserzivilisation an die Oberfläche gelangen. Sie leben in Schwärmen und hausen in selbst erbauten, riffartigen Kolonien in größeren Seen. Aus Koralle, Muschelschalen und anderen Rohstoffen des Wassers stellen sie Waffen, Werkzeug und Schmuck her. Den häufigsten Kontakt haben wir zu ihnen im Flusssystem des Ainuin und Torenuin, wo ihre Hochburg im Elenaé zu liegen scheint. Sichtungen ähnlicher Wesen auf dem offenen Meer durch die Seeelben legen aber nahe, dass Verwandte dieses Volks auch im Salzwasser heimisch sind. Hier in unseren Gefilden handeln die Nenafdrim mit den Menschen. Gegen Nahrungsmittelarten und nützliche Rohstoffe, welcher sie unter Wasser selten habhaft werden, tauschen sie Perlen oder bieten ihre Dienste bei Schiffen an, die Flussaufwärts fahren. Hierzu zähmen sie die Nenulyn - riesige kaulquappenartige Wesen - welche sie über ein Geschirr an den Schiffen und Booten befestigen und dann Flussaufwärts treiben.
Unter den Seeleuten der Flussschifffahrt wird der gute Wille der Nenafdrim hoch geschätzt. Es gibt zum Beispiel Berichte, wie dieses Volk Seeleuten in Not beistand. So kommt es, dass ihnen vor und während einer langen Reise häufig auch ohne Gegenleistung kleine Gaben geschenkt werden.
Wohl aufgrund ihres Lebensraums haben sich die uns bekannten Nenafdrim nicht in die Heere derer eingegliedert, die gegen die dunklen Götter kämpfen. Abgesehen davon huldigen sie jedoch auch dem Zwillingstriumvirat und haben bei Gelegenheit das Übersetzen von Z'Arkons Dienern behindert.
|
|
|
|
|
|