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Dryaden sind Naturgeister, deren Existenz eng an einen bestimmten Baum geknüpft ist. Grundsätzlich an keine feste Gestalt gebunden, können Dryaden sämtliche Formen annehmen - von nicht mehr als einer Brise in den Blättern bis hin zur Verschmelzung mit einer Tiergestalt. Uns von den Völkern des Lichts erscheinen sie meist in Form junger Frauen, in Kleidern aus dem, was die Natur zu spenden vermag. Doch wie bereits erwähnt, ihre Erscheinungsform ist relativ. Die körperlichen Gestalten, die eine Dryade ohne Verschmelzung mit einem anderen Wesen annehmen kann, sind allesamt von grünlicher Färbung.
Dryaden wachen über ihren Baum, mit dem sie von Anbeginn ihrer Entstehung verbunden sind. Viel wissen wir nicht über den Beginn einer solchen Symbiose, aber soweit die Elben Taredhildôrs den Dryaden ihr Geheimnis entlocken konnten, scheinen bestimmte, seltene Samen, die auf einem Dryadenbaum wachsen, mit einem Funken des Dryadengeists versehen, welcher aus dem Samen mit dem Baum zu einem neuen Baumgeist heranwächst.
Was die Baumarten betrifft, an die diese Naturgeister gebunden sein können, so ist uns nicht bekannt, dass es hier Regelhaftigkeiten gibt. Bekannt sind uns allerdings keine Fälle, in denen eine Dryade mit einem Nadelbaum lebte. Besonders häufig symbiotisieren sie mit allerlei Eichen, Buchen und Malornbäumen.
Durch den Baum erlangen die Dryaden Verbindung zu den Teilen des Gewebes, die in den Mustern der Erdmagie gewoben sind, aus welcher sich die Dryaden erhalten und mit dener sie ihrem Baum beschützen. In der Regel ist eine Dryade an ihren Baum gebunden. Es scheint aber auch Fälle gegeben zu haben, da eine Dryade ihren Symbiosenpartner wechseln konnte. Ob dies einigen Wenigen aus eigener Kraft gelang, oder ob sie immer der arkanen Unterstützung von außen bedürfen, ist nicht gesichert.
Obgleich Dryaden tatsächlich schwinden, wenn ihr Baum vergeht, so stimmt es nicht, dass sie sich nicht über weite Distanz von ihm entfernen können. Über das Gewebe bleiben sie über hunderte Meilen mit ihrem Baum verbunden. Dass sie dies selten tun ist allerdings offensichtlich: Sind sie fort, können sie ihn im Notfall nicht beschützen. Die Bäume sind außerdem die Verbindung zum übrigen, nahen Gewebe, über die Dryaden die Stimmungen und Zustände allen Lebens in der Gegend ihres Baumes wahrnehmen können. Bei großen Entfernungen zu ihren Bäumen schwindet die Effizienz dieser Gabe, bzw. die Dryaden spüren zwar, was sich um ihren eigenen Baum und in dessen Wald tut, weniger aber, was sich dort tut, wo sie sich eben aufhalten.
Einige vermuten, dass Dryaden eng mit der Herrin Gaya verbunden, ja sogar kleine Abbilder ebendieser seien. Dass die Herrin über die Natur diesen gleichgesinnten Wächterinnen über die Wälder verbunden sein dürfte, ist unstrittig. Auch dass Dryaden ihre Weisheit aus dem Nichts zu ziehen scheinen und nicht alles selbst erlernen müssen, weist darauf hin, dass sie über das Gewebe an eine höhere Gegenwart oder ein kollektiv geteiltes Wissensnetz geknüpft sind. Obschon der Natur verpflichtet, berichten die Sternenfeuerhelden aber, dass sich Dryaden allem Anschein nach auch gegeneinander wenden oder von bösen Mächten verdorben werden können.
Dryaden sind normalerweise untereinander durchaus gesellige Wesen und dulden auch fremde Völker, solange diese keine Bedrohung für ihre Wälder darstellen. Allerdings zeigen sie sich Fremden nur, wenn sie triftige Gründe haben oder ihnen danach ist.
Natürlicherweise kümmern sich Dryaden auch um umliegende von ihnen "unbewohnte" Bäume, bieten diese doch Schutz gegen Eindringlinge und vor den Elementen. Über Erdmagie sollen sie sogar in der Lage sein, Bäume wie eine Art Golem zu animieren und sie Gefahrenquellen angreifen zu lassen.
Da Dryaden ihre Präsenz verborgen halten können, können wir nicht angeben, wo sie überall zu Hause sind. Als gesichert gelten allerdings die Sichtungen in den Wäldern Taredhildôrs sowie ein häufiges Vorkommen im nach ihnen benannten Dryadenwald, irgendwo südlich von Tirithd ûn.
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