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Die Centauren
diesen Teil der Chronik als pdf Die Centauren sind ein wildes, kriegerisches Volk und eine für uns bizarre Erscheinung. Ihr Leib ähnelt dem gewaltiger Schlachtrösser, aus denen Anstelle eines Pferdehalses ein humanoider Oberkörper wächst. Sie besitzen zwei flinke Arme und ihre Gesichtszüge sind ebenfalls humanoid, obgleich ihre langen Ohren denen der Pferde ähneln und ihr Haupthaar als wallende Mähne über ihren Nacken und Rücken hinab sprießt. Das Fell ihrer Körper kommt in denselben Tönen vor, die wir von unseren Rössern kennen, und kann über weiß, grau, Brauntöne und schwarz alle Farben besitzen. Auch ihre Mähne entspricht den zum Fell gehörigen Farben, die wir von unseren Pferden gewohnt sind. Die blitzenden Augen der Centauren kommen in verschiednen Brauntönen vor. Die Haut ihrer Oberkörper ist dunkel und wettergegerbt.
Centaurenmänner erreichen eine Kopfhöhe von etwa acht bis neun Fuß und ein Gewicht von 750 - 900 Stein. Centaurenfrauen können bis zu rund acht Fuß hoch werden und wiegen 600 - 700 Stein. Ein genaues Durchschnittsalter ist uns nicht bekannt, doch schätzen wir es auf zwischen 60 und 100 Jahresläufe. Die Länge ihrer Kindheit gleicht der der Menschen, obwohl sich ihr Pferdeleib in den ersten Monaten ein wenig schneller zu entwickeln scheint, so dass sie rasch mit ihren erwachsenen Artgenossen mithalten können.
Centauren leben in der nach ihnen benannten Hügelsteppe Emyn Rochedain, östlich des Zwergengebirges. Kontakte mit diesem Volk sind rar, da die Zwerge ihre Behausungen in den Bergen selten in Richtung der öden Hügelsteppen verlassen und die übrigen Völker des Lichts durch die Gebirge von der Heimat der Centauren abgeschirmt sind. Lediglich einige Abenteurer und wandernde Siedler der Menschen sind hin und wieder auf dieses Volk gestoßen. Oft genug war das Zusammentreffen nicht von friedlicher Natur. Denn obgleich die Centauren nicht auf der Seite Z'Arkons kämpfen, sind sie ein Volk, das seine Freiheit liebt und das allem voran sehr territorial denkt. Oft kommt es auch unter den einzelnen Herden dort zu kriegerischen Auseinandersetzungen und Fremde sind schon gar nicht willkommen.
So wissen wir über ihre Lebensart auch nicht viel mehr als ihre äußerlichen Aspekte. Ihre Kultur ist nomadisch und kriegerisch. Sie ernähren sich wohl von der Jagd und dem Sammeln in ihren Hügelsteppen, tragen teils die Felle erlegter Beute. Ihre Waffen sind aus Holz und Stein. Durch flechten, zieren und gestalten ihrer Mähnen auf bestimmte Art und Weise drücken sie ihren Rang und ihre Herdenzugehörigkeit aus. Zum Kampfe bemalen sich ihre Krieger mit Farben, die sie wohl aus Pflanzen und Erdpigmenten gewinnen.
Eine einzige, sich um ihren Ursprung rankende Sage aus ihrem Volk ist uns bekannt. Es heißt, ganz zum Anbeginn des Erwachens der neuen Völker sei ein fünftes Volk zusammen mit den Menschen erwacht. Die beiden Gruppen überwarfen sich bald und während die Menschen sich in den Westen ausbreiteten zog dieses andere Volk um das Zwergengebirge in den Osten und gelangte in die Hügelsteppen. Dort zähmte es eine wilde, feurige Pferderasse, die seit der Entstehung der Centauren als verschwunden gilt. Das Volk wurde ein wildes Reitervolk, das seinem Ursprung abschwor, und mit seinen Pferden im Schatten jenes Gebirges lebte, das es von den anderen erwachten Völkern trennte und hinter dem jeden Abend die Sonne untertauchte. Volk und Pferde waren bald eng verbunden. Eines Tages kam ein Riese mit einer gewaltigen Axt in die Steppe und erklärte sich zu ihrem Herrscher. Das Volk weigerte sich, ihm Untertan zu sein. Sie griffen ihn alle zusammen an, Männer und Frauen. Doch er schwang seine mächtige Axt und hieb alle Angreifer auseinander. Seine Axt trennte sie alle auf gleicher Höhe ab: den Reitern schlug er den Leib von den Beinen, den Pferden trennte er das Haupt ab. Als er den letzten Reiter zu Fall gebracht hatte, brach der Riese zusammen und starb an seinen Wunden. Der Lebensfunke brannte aber heiß in manchen der Reiter, die ohne Unterleib auf dem Schlachtfeld liegen geblieben waren. Und ihre Liebe zu den Pferden war so groß geworden, dass sie den Tod der treuen Reittiere nicht ertragen konnten. Sie flehten im Sterben alle Götter an, die zuhören mochten, den treuen Tieren das Leben zu schenken, das noch in ihnen selbst steckte. Ihr Wunsch wurde auf merkwürdige Weise erhört und eine überirdische Kraft verschmolz die Oberkörper der Reiter mit den Rümpfen der Pferde und so ward das Volk der Centauren geboren: Reiter und Pferd, für immer vereint.
Über die religiösen Riten der Centauren ist uns nicht viel bekannt. Vermutlich kämpfen sie aber in eigener Sache gegen die Anhänger Z'Arkons um ihrer eigenen Freiheit willen, und beten jene Kraft an, die sie ihrer Ursprungssage nach zu dem gemacht hat, was sie heute sind.
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